MALIER DRACK Glanzenberg Burg und Stadt 2) Zerstört - zusammen mit der Uetliburg - im September 1267. Stiftung für die Erforschung des Uetlibergs Glanzenberg Burg und Stadt VON WALTER DRACK Bericht über die Freilegungs- und Sicherungsarbeiten von 1975 und 1980/81 Selbstverlag der Stiftung für die Erforschung des Uetlibergs (Sekretariat Dr. A.E.Schrafl, Talstrasse 83, 8001 Zürich) Copyright by Gemeinderat Unterengstringen ZH Zweite Auflage 1984 ® . Kantonsarchänlogie Dihlintia als DIL HVUUGIOGA Vignette auf dem Umschlag: Das Städtchen Glanzenberg. Darstellung auf dem 110% 219 cm grossen Plan von 1727 im Kloster Fahr: «GrundRiss dess HochWürdigen Gottshausses Faar» MDCCXXVII von Jacob Schäppi. Satz und Druck: W. Haderer, Buchdruck + Offset, 8103 Unterengstringen Karr HEID (1895-1968) und ROBERT ZOLLINGER (1901-1983) den Erforschern von Glanzenberg Legende zu nebenstehendem Plan: Die Ruinenstätten von Glanzenberg. Ausschnitt aus «Geometrischer Grund-riss aller Marken der Gerichts-Herrlichkeit des Gottshauses Wettingen... An. 1693». Die Beschriftungen lauten: «Rudera Stettlin Glantze berg» und «die Burg Glantzenberg». Gezeichnet nach der Kantonskarte von H.C. Gyger von P. Eugen Speth d.Ae. aus dem Kloster Salem und gestochen von Joh. Meyer. ZuM GELEIT An Weihnachten 1983 hat der Gemeinderat von Unter- engstringen allen Gemeindeeinwohnern die vorliegende, von Dr. Walter Drack verfasste Schrift überreicht. Da die Burg- und Stadtanlagen von Glanzenberg im gleichen Waf- fengang wie die Uetliburg zerstört worden sind, hat die «Stiftung für die Erforschung des Uetlibergs» den Gemein- derat ersucht, diese Schrift für einen Neudruck freizugeben, um damit einen weiteren Leserkreis ansprechen zu können. Der Gemeinderat hat diesem Gesuch spontan entsprochen, und er hofft, dass diese Publikation bei den Förderern der Forschungen auf dem Uetliberg auf Interesse stösst, und der Stiftung die notwendigen Mittel für weitere Ausgrabungs- kampagnen zufliessen werden. Unterengstringen, im Mai 1984 Dr. J. Meier Gemeindepräsident * % 2 i g. den int, imab fichn- ie? are dere, ekirige } f irnd Daraif ern angulo appellens mopulla in amne’profieiebat sublats quada/ 2x oppido iuztantibz vafts e an ce af dene here Wcklen Das sökh aiif ‚Die mer 4 ; ver a ee 12 2ER 2 eromz werd ‚properabant, [72 nr serulantes interimerent, Veru) 2 Tegurisis u ae en Pa Fe he en Si = Bl ee I 2 feie ig eipie ee heueiede a ange ex silva!t erumpebant et subjecte igne opidu/ in eineres redigebzt.e. ah dem Bald % in das Stättlein Sitdele (elbiges am ind verfichtte es m grimd. 2. das Schloß . 2. der Safenber.z IM. Pißlen de. Andre. Hofer sc. ERSLCME. Mart. Engelbr. exc. AV, Abb.1 Die Einnahme von Burg und Stadt Glanzenberg durch die Zürcher unter der Anführung von Graf Rudolf von Habsburg im September 1267. Romantische Darstellung (Stich) von Johann Melchior Füssli 1715. 2 a a GE NE EEE Seren Wear tegtndie Zur EINFÜHRUNG Die Burg Glanzenberg, ursprünglich eine isolierte Anlage, entstand neu im Zusammenhang mit der Errich- tung des gleichnamigen Städtchens. Dieses aber war eine der vielen Stadtgründungen des 13. Jahrhunderts. Um 1100 bestanden im Gebiet der heutigen Schweiz, wie Prof. PAuL Horer in einer grundlegenden Studie «Die Stadtgründungen des Mittelalters zwischen Genfersee und Rhein»' ausführt, «ein knappes Dutzend Städte, fast aus- schliesslich geistlichen Ursprungs, dazu einige befestigte Märkte ohne klar städtisches Gepräge...» Es sind dies in erster Linie die alten Bischofsitze Genf, Lausanne, Sitten, Basel, Chur und Konstanz, fast alle innerhalb von spätrömi- schen Befestigungen, und in zweiter Hinsicht die von Klö- stern oder Stiften geschaffenen oder entwickelten Orte wie St-Maurice, Solothurn, Zürich, St.Gallen, Schaffhausen und Stein am Rhein. Auch Avenches und Zurzach, ebenso Arbon und vor allem Rorschach gehören hierher. In den lockeren Raster dieser alten Bischof- und Kloster- städte erbauten nach 1120 geistliche und weltliche Grund- und Lehensherren die ersten Gründungsstädte, nach P.HorErR Anlagen «aus Burg und Stadt als Zweieinheit neuen Typs». So hat sich die Gesamtzahl der Städte in der Schweiz bis um 1200 nach HorEr verdoppelt, und im Laufe des 13. Jahrhunderts ist sie auf 175 emporgeschnellt. «Das ist das Fünffache des Bestandes um 1200; dabei sind die um 1300 bereits wieder verschwundenen 12 Städte nicht inbegriffen.» ; , Bin Abb.2 Glanzenberg auf der Kantonskarte von Jos Murer aus dem Jahre 1566. Unterschieden sind «Glantzenburg» für die Burgruine und «Lantzen- rey» (Lanzenrain) für das ehemalige Städtchen. (Die Buchstaben M A gehö- ren zum Wort LIMAT.) Abb. 3 abe auf der Kantonskarte von Hans Conrad Gyger, 1667: Die Burg ist bezeichnet mit «Die Veste Glantzenberg» und das ehe- malige Städtchen mit «Die Rudera des alten Stättlins Glantzenberg». Die zwischen 1120 und 1300 entstandenen Gründungs- städte: 1. Gründungen der Herzöge von Zähringen: Rheinfelden, 1130; Burgdorf, um 1175; Murten, um 1150; Bern; 1191; Freiburg i.Ue., 1197; Thun, nach 1191; dazu zwei Stadterweiterungen: Solothurn und Zürich. 2. Gründung von Luzern 1178 durch Abt Konrad von Eschenbach zu Murbach und seinen Bruder Probst Ulrich von Eschenbach zu Luzern. 3. Gründungen der Grafen von Kyburg: Diessenhofen, 1178; Aarau, um 1240/1250; Winterthur, 1180; Zug, um 1242; (Richensee, 1237);*) Frauenfeld, 1244/46; Mellingen, um 1240; Sursee, um 1250; Lenzburg, um 1240; Huttwil, um 1280/1313. Wangen a.d. Aare, um 1240; 4. Gründungen der Grafen von Habsburg: Brugg, um 1200; Bremgarten, 1256; Laufenburg, um 1207; (Schwarzenbach SG, 1283); Sempach, um 1220; Pruntrut, 1283; Walenstadt, vor 1240; Baden, 1297, Waldshut, um 1241/49, Weesen, vor 1330. (Meienberg, vor 1247); 5. Gründungen der Grafen v. Habsburg-Laufenburg: (Biberstein, anf. 13. Jh.) 6. Gründungen der Grafen von Frohburg: Zofingen, vor 1200; Liestal, Mitte 13. Jh.; Olten, um 1200; Waldenburg, Mitte 13. Jh.; Wiedlisbach, um 1240; Aarburg, vor 1300; (Fridau, Mitte 13. Jh.); Klus, vor 1300. *) Orte in Klammern = abgegangen oder als Dorf weiterlebend. apineeisgegte -_ Prilandsschirährilfi. 1727. | En a air 2 ikrecrch In Ale. 130: : 4 IR | eh @ ? Pe Kalier A H nn de s S 8 rei Ns —.. Kor N Neben 3 an A, \uss; us Oberelbertb. 5 & en ee mir w welt - x } Br. ME ie | | = ie K Nabın Eller a stooe na ; RE EG iu | - . \v ; ii 3. 1 er Eu \ e HMal.ı.5ch.n.o, wo | Bd oo fl te Gh rjR iM denn. RE ı ie ar E97 )leard.u u hs h \ eg Nast. arlerea welden d deln. 3 - ; Vasad mergiond act. AAO 0 Sl? Bahr et) une | re en EEE eg A benfem Her Lap le . talent HT un) Noge ge us am he Fe 252 Ahsakın “ Nee Women Spes way? Iusungärung? 1 84.Iifırln. Bari Wil: id Üseryei) md guoken. ae Kden- A Lt ea De ne Ar 1. bogen. | Sri ie ip ed. SEN Barney Fulan hf BF & Bis Se pr ek Bd ERS ER 1eore.ylian. en Alm Ada, u) IR u chen. an air Raben warl ft . 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Jh.; (Tannegg, Mitte 13. Jh.). 10. Weitere geistliche Gründungen: Bischof Heinrich von Neuenburg gründete Laufen, vor 1296. Ein Bischof von Chur gab das Stadtrecht Ilanz, vor 1289. Eine Gründung des Klosters St.Gallen ist Altstätten, vor 1298. Angeregt durch diese neuartige Politik des höchsten Adels zur Sicherung seiner Herrschaft gründeten auch Frei- herren-Geschlechter Städte, von denen aber viele im Lauf der Zeit entweder auf die städtischen Privilegien verzichte- ten oder überhaupt abgingen. Aus verständlichen Gründen müssen wir uns hier auf die Kleinststadtgründungen der Nordschweiz beschränken: Wohl die früheste derartige Anlage schuf einer der Edlen von Alt-Rapperswil: Rapperswil, Ende 12. Jh. (Grafentitel erst ab 1233). Herr Ulrich von Rapperswil zu Greifenberg ist der Grün- der von: Greifensee, anf. 13. Jh. Die weiteren Städte sind Gründungen von Freiherren, und zwar der: — von Eschenbach-Schnabelburg: (Alt-Eschenbach, anf. 13. Jh.) (Maschwanden, anf. 13.]Jh.) - von Eschenbach-Oberhofen: Unterseen 1279/80 — von Rothenburg: Rothenburg, um 1230 — von Hasenburg: Willisau, um 1278 - von Klingen: Klingnau, 1239 — von Bürglen: (Bürglen TG, 13. Jh.) — von Hünenberg: (St. Andreas b. Cham, um 1300) — von Tengen: Eglisau, um 1250 Bülach, vor 1318 - von Wart: (Pfungen, 13.Jh.) sowie — von Regensberg: Regensberg, um 1245 (Glanzenberg, vor 1250) Grüningen, um 1250 (1296) Kaiserstuhl, 1254 ZUR GRÜNDUNGSGESCHICHTE Wie eingangs erwähnt, weisen alle diese Gründungs- städte zwei Hauptelemente auf: Burg und Stadtanlage. Bei Glanzenberg liegen diese beiden Komponenten auf- fallend weit auseinander: Die Burg entstand hoch über der Limmatniederung, auf einem alten Burghügel, auf einer Art «Berg» also - daher wohl auch der Name Glanzenberg, die Stadt aber ward etwa 250 m unterhalb, talabwärts, in einer Limmataue erbaut - als Basis für einen Brückenschlag?. Als Gründer werden die Freiheren Lütold V. und Lütold VI. von Regensberg - Vater und Sohn - genannt’. Der damalige, allerdings weit verstreute Grundbesitz der Regensberger reichte von der Burg Lägern bzw. Regens- berg über die Burg Wulp ob Küsnacht bis Grüningen und Rüti und von der Uetliburg bzw. den Besitzungen im Rep- pischtal bis zum Rhein, wo ab 1254 Lütold VI. (bzw. VII.) die Stadt Kaiserstuhl erbaute. Die Wahl des Standortes für Glanzenberg an der Limmat entsprang der Idee, den seit der kurz vorher erfolgten Eröffnung des Gotthardpasses vom Reusstal her anschwel- lenden Fernverkehr westlich an Zürich und Schaffhausen vorbei durch regensbergisches Herrschaftsgebiet an den Rhein und von dort durch den Klettgau und das Wutachtal an die obere Donau zu lenken*. «Ein kühner Gedanke, der zusammen mit andern Massnahmen gegen Zürich 1267 zum Kriege führte, aus dem die Regensberger als Geschlagene und aus wichtigen Plätzen Vertriebene hervorgingen. Der Plan einer umfassenden Herrschaft war gescheitert; es ging von nun an mit den Freiherren von Regensberg unaufhalt- sam abwärts»*. % ae RR . , RE eo. _ er Abb.6 Übersichtsplan mit dem Grundriss des chem. Städtchens und dem Burghügel Glanzenberg von unbekannter Hand in den Zeichnungsbüchern der Antigq. Gesellschaft Zürich Bd. Il, Blatt 41, mit der Überschrift «Schloss und Städtchen Glanzenberg/Ersteres aus einer geom. Charte des Klosters Fahr, dem diese Güter eigen/Letzteres nach einer Vermessung von Herrn Pfarrer Köchlin zu Weiningen Ao. 1761» (vgl. Abb. 8). Nach Neg.-Nr. 27988 im Schweiz. Landesmuseum Zürich. ' 5 Wie die verschiedenen Kriegshandlungen in der «Regensberger Fehde» genau verliefen, bleibe dahingestellt. Sicher hat der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebende Minorit und Chronist Johannes von Winterthur (Vitoduranus) die einzelnen Geschehen möglicherweise auf Grund des durch eine arge Kriegslist erfochtenen Sieges der Winterthurer über die Zürcher 1292 vor den Toren Win- terthurs stark ausgeschmückt’. Aber ebenso sicher müssen im Winter 1256/57 in Glanzenberg zumindest Vorberei- tungen für einen Brückenbau getroffen worden sein. Denn am 20. Januar 1257 schloss Zürich mit den Herren der Glanzenberg gegenüber liegenden Wasserburg Schönen- werd einen Vertrag, wonach diese verpflichtet wurden, jeg- lichen Brückenschlag über die Limmat zu verhindern. Und ebenso einwandfrei steht fest, dass am 20. März 1267 ein Vermittlungsversuch zwischen Rudolf von Habsburg (und den Zürchern) einerseits und den Freiherren von Regens- berg anderseits durch die Bischöfe von Konstanz und Basel gescheitert ist, d.h. eine Entscheidung durch Waffengang nicht vermieden werden konnte. Somit besteht kein Grund, an den chronikalischen Nachrichten zu zweifeln, wonach am 15. Mai 1267 die Burg Wulp und im September des glei- chen Jahres die Uetliburg und Glanzenberg durch Rudolf von Habsburg und die Zürcher zerstört wurden‘. Die Burg Glanzenberg dürfte vollständig, die Stadtan- lage weitgehend fertiggestellt gewesen sein, als sie gebro- chen, verwüstet und zu Steinbrüchen verwandelt wurden. Die nach 1267 zu datierenden Kleinfunde aus einer oberen «Kulturschicht» im Bereich des Turmes in der Südostecke der Ummauerung bezeugen bloss eine partielle Weiterbe- nützung von Ruinenresten - mehr nicht’. Jedenfalls gingen am 11.Dezember 1291 in einem Vergleich, jedoch unter Vorbehalt eines Vorkaufsrechts, die «Auen» Glanzenberg und die Mühle Lanzenrain an das Kloster Wettingen und - nach einem Rückkauf - am 1. November 1301 endgültig an das Kloster Fahr über. So sind die Ruinenstätten von Burg und Stadt Glanzen- berg, obgleich Abt Ulrich I. Meyer von Wettingen 1689 erneut Anspruch auf dieses Gebiet erhoben hatte, noch heute im Besitz des Klosters Fahr bzw. von Einsiedeln‘. Abb.7 Das Gebiet des chem. Städtchens und des Burghügels Glanzenberg. Ausschnitt aus dem 110% 219 cm grossen Plan «GrundRiss dess HochWürdi- gen Gottshausses Faar» MDCCXXVI von Jacob Schäppi. Original im Kloster Fahr. Massstab der Abbildung etwa 1: 4000. 6 Reh viren geam. Chart ur Copa Fahr. Hlandenberg Abb.8 Planskizzen des ehem. Städtchens (oben) bzw. des ehem. Städt- chens und des Burghügels (Schloss) (unten), gezeichnet — wahrscheinlich nach den Plänen von 1727 im Kloster Fahr bzw. Staatsarchiv - von Pfarrer J.J. Köchli, Weiningen, 1761. Nach einem Druckblatt im Ortsmuseum Dietikon. Abb.9 Übersichtsplänchen von Johann Caspar Haab (1813-1880) von Hottingen, wohl aufgrund der Güterkarte von 1727, gezeichnet wohl um 1850. ALTE BESCHREIBUNGEN UND PLÄNE Die älteste Beschreibung der beiden Ruinenstätten findet sich in der eben erwähnten Eidgenössischen Chronik von Stumpf (V. Buch) auf Seite 170: «Vor dem dorff Dietickon über auff der rechten seyten an der Lindmat/ ist gestanden das staettle Glantzenberg (des platz wird diser zeyt Lantzen- rein geheissen) hat den Freyherren von Regensperg ge- hoert... » Die erste kartographische Zeichnung von Glanzenberg finden wir auf der Zürcher Karte von Jos Murer aus dem Jahre 1566 in Form einer Burgruinen-Signatur mit Bei- schrift «Glantzenburg/Lantzenrey». Die zweite kartogra- phische Darstellung von Burg- und Stadtruine Glanzenberg hat Hans CoNRAD GYGER in seiner Kantonskarte von 1667 eingefügt und bezeichnet mit «Die Veste Glantzen- berg» bzw. «Die Rudera des alten Stättlins Glantzenberg». Die Burgruine ist wie bei Jos MURER mit einer Signatur bezeichnet, das ehemalige Stadtgebiet aber als oblonge, fünfeckige Fläche, umzogen von Mauer und Wassergraben! Die älteste topographische Wiedergabe des Burghügels und der Stadtwüstung von Glanzenberg zeigt die 1657 begonnene und 1693 fertiggestellte Karte der Gerichtsherr- schaft des Klosters Wettingen, gezeichnet nach der Kan- tonskarte von H.C. GYGEr von P. EUGEN SPETH D.AE. aus dem Kloster Salem und gestochen von JOH. MEYER. Der runde Burghügel ist noch erhalten, ebenso der Rundwall; nur der äussere Graben scheint beidseits gegen das Limmat- ufer hin aufgerissen zu sein. Daneben steht «Die Burg Glant- zenberg». Das ehemalige Stadtareal ist als langovale Fläche mittels zwei parallelen punktierten Linien abgegrenzt. Innerhalb dieser Fläche liest man «Rudera dess Stettlins Glantz&/berg”. Die ersten geometrischen Pläne von Burghügel und Stadtwüstung Glanzenberg enthält der Güterplan des Klo- sters Fahr von 1727. Der Burghügel grenzt limmatwärts an die Uferböschung, der innere Burggraben ist aufgerissen und entsprechend mehr der Rundwall. Das Gebiet des ehe- maligen Städtchens ist geometrisch genau eingefangen: Mit einer gelben Linie ist offensichtlich die Stadtmauer mar- kiert sowie der von K. Heıp 1940 gefasste gemauerte Bau ungefähr in der Mitte der Limmatsseite, jedoch falsch als über die Stadtmauer vorspringender Turm ergänzt. Ausser- halb der Stadtmauer und parallel dazu finden sich auf der Ost-, Nord- und Westseite noch je eine hell- und dunkel- grüne Linie, während auf der Süd- bzw. Limmatseite nur die dunkelgrüne eindeutig auszumachen ist — offenbar die Böschungslinien des damals wohl noch sichtbaren Wasser- grabens. Beim Burghügel liest man «Burg Glantzenberg», im einstigen Stadtgebiet «Glantzenberg». Das einstige Stadt- areal ist wie ein südwestlich anstossender Auenabschnitt und eine kleine Parzelle nordwestlich des Burghügels hell- beige gehalten. Ähnlich getönte Gebiete sind auf der Güter- karte als Äcker bezeichnet, so z.B. «Haufaker», «Steinaken, - «Grundaker» usw. Demzufolge muss das einstige Stadtge- biet im 17. Jh. als Ackerland genutzt worden sein, während der Burghügel anscheinend immer bewaldet gewesen ist. Angesichts der Genauigkeit dieser Güterkarte ist man umso mehr überrascht, dass Jacob Schäppi(?) darauf als Pendant zu der von Norden und Süden dargestellten Klo- steranlage eine phantastische Darstellung des einstigen Städtchens Glanzenberg zeichnete! Von Süden geschen, schaut man über eine mit einem mittelalterlichen Halbrund- turm - rechts - und zweian die Zürcher Bollwerke des 16. Jh. gemahnenden Toranlagen ausgerüstete Mauer in eine Stadt mit Adelstürmen und gotischen Kirchen, überragt von einem an östliche Kirchtürme erinnernden Turm (Vignette auf Umschlag). - Wie ganz anders ist doch die 12 Jahre äl- tere Rekonstruktion des Städtchens von Füssli auf Abb. 1! Den ersten, nach neueren Vermessungsgrundsätzen erstellten Plan von Glanzenberg verdanken wir dem «eydg. Ing.Lieut.» RUDOLF DIEZINGER (1770-1847) von Wädens- wil: den 1829 aufgenommenen «Grundriss sämtlicher Ligenschaften des ehrwürdigen Gottshauses Fahr in Drey Blättern» (im Massstab 1:1200). Von Glanzenberg ist aller- dings nur der Grundriss des Städtchens wiedergegeben, während der Burghügel DIEZINGER entgangen sein muss. Die Stadtwüstung war um 1829 offenbar - bis auf die südöstlichen Partien — unbewaldet, und die zerfallenen Mauern müssen sich im Gelände anscheinend in Form von Dämmen noch recht deutlich abgezeichnet haben. Aber trotz der von DIEZINGER angestrebten Exaktheit weicht auch dieser Grundriss vom Plan der Denkmalpflege von 1976 ganz erheblich ab. Dies zeigt einmal mehr, dass bei Planaufnahmen von derartigen Ruinenstätten, welche ohne archäologische Nachprüfungen geschaffen wurden, grösste Vorsicht am Platze ist. Schon die Darstellung des nördlichen Stadtmauerab- schnittes entspricht nicht dem tatsächlichen Verlauf; zudem fehlen die Mauerreste des Nordtores, des angebauten Gebäudes, des nordwestlich davon von K. HEıD gefassten Baues und natürlich auch die der «Vormauer». Etwas besser ist der Verlauf der südlichen Längsmauer erfasst, doch ist in deren Mittelbereich - im Gegensatz zum analogen Grund- riss auf der Güterkarte — anstatt einer Gebäuderuine bloss ein Durchlass gezeichnet. Die westliche Stadtmauer ist wohl mangels eindeutiger Überreste im Gelände als gerade Linie markiert, und aus ähnlichen Gründen wurde - abgese- hen von der guten Wiedergabe des Turmfundamentes in der Südostecke - die schmale Ostfront völlig verzeichnet. In Unkenntnis des Planes von DIEZINGER hat Oberst JoHAann Caspar HAAB (1813-1880) von Hottingen wohl um 1850 eine «Grundrissscizze» der Ruinenstätten von Glanzenberg angefertigt. Beim Grundriss des Städtchens fallen zwei Dinge auf: einerseits der Gebäudegrundriss im Mittelbereich der südlichen, limmatseitigen Stadtmauer, nur dass er nicht über die Mauer ausgreift, und eine Kreissi- gnatur in der Nordostecke, wie von einem Rundturm, die möglicherweise aufgrund des an derselben Stelle im Plan der Güterkarte eingezeichneten Hügelchens entstanden ist. Oberst HAAB scheint m.E. den Plan auf der Güterkarte von 1727 gesehen und hernach im Gelände seine Grundriss- Skizze gezeichnet zu haben: mit - abgesehen vom östlichen Teil des südlichen Mauerabschnittes - der recht gut erfas- sten Stadtummauerung und dem Wassergraben, jedoch unter Übernahme der erwähnten irreführenden Elemente". AZ, a Ä\ Nu St, AZ N gu rn, / ‚Aequidistanz der Höhenkurven 2m Abb. 10 Rekonstruktionsversuch der Limmatlandschaft des 13. Jahrhunderts mit dem Städtchen und der Burg Glanzenberg, jedoch ohne die etwa 620 m südöstlich der letzteren in einem Seitenarm der Limmat gelegene Wasserburg Schönenwerd. Entwurf P. Kessler/N. Kaspar, Zeichnung N. Kaspar, Wald ZH, und P. Berg, Obfelden. 8 Das ehemalige Stadtareal DIE ARCHÄOLOGISCHEN UNTERSUCHUNGEN 1. Die Ausgrabungen Karl Heids 1938-1940 Eine erste wissenschaftliche Erforschung des ehemaligen Stadtgebietes unternahm die Antiquarische Gesellschaft Zürich 1924. Es wurden allerdings bloss einige Sondier- schnitte angelegt und in einem Plan eingezeichnet, doch liess sich kein klarer Grundriss der Stadtanlage herausarbei- ten, wie im 54. Bericht der Antiquarischen Gesellschaft Zürich 1924-1925, S. 15 vermerkt ist. Dies gelang erst KAarı HEıD dank seinen umfassenden Ausgrabungen in den Jahren 1938-1940, deren Resultate er in zwei fast gleich gehaltenen Berichten vorlegte''. Dar- aus sei hier folgendes festgehalten: Abb.11 Plan des ehemaligen Städtchens aufgrund der Ausgrabungen von K. Heid in den Jahren 1937-1940 sowie der Nachuntersuchungen der Denkmalpflege im Jahre 1976. Aufnahme und Zeichnung P. Kessler und P. Berg. Das ehemalige Städtchen hatte einen unregelmässigen oblongen Grundriss von 180 m grösster Länge und einer Breite von 45 m auf der Ostseite und 110 m auf der West- seite. Mit dieser Grösse übertraf diese Anlage die nächstver- wandten: Regensberg 120x 60 m Maschwanden 150x40 m Alt-Eschenbach 155x5Im Im Innern fand K. HEıID nur einen bekiesten «Platz», von der Ummauerung aber folgende Überreste: — im Osten auf der ganzen Länge die 1,20 m starken Funda- mentreste der Stadtmauer und dieser entlang auf der Innenseite Spuren von Holzbauten; - im Norden fast durchgehend die mit Mauerschutt gefüllte Fundamentgrube und ebenfalls - wie oben - Spuren von Holzbauten sowie im Mittelabschnitt die Fundamente eines 6X5 m grossen Torturmes mit 3,50 m weitem Durchlass, eines östlich daran angebauten 5x17,50 m grossen Gebäudes (ohne Innenteilung) sowie eines 17 m weiter westlich ebenfalls an die Stadtmauer gelehnten kleinen Baues von 3,50X 7 m Grösse; 200m —&—— L’immat Abb.12 Plan des ehemaligen Städtchens vom «eydg.Ing.Lieut». Rudolf Diezinger (1770-1847) von Wädenswil. Ausschnitt aus seinem 1829 aufgenommenen «Grund- riss sämtlicher Ligenschaften des ehrwürdi- gen Gottshauses Fahr in drey Blättern», Massstab 1:1200. (Der Gesamtplan ist nach Süden orientiert, der Ausschnitt hier aber mit Rücksicht auf die Vergleichspläne nach Norden.) Massstab der Abbildung: 1:2000. u. \ N Bet EN EN Abb.13 Plan von K.Heid 1940. Die schraffierten Flächen bezeichnen die Zonen, wo Spuren von Holzhäusern festgestellt wurden. Nach K. HEıD, Glanzenberg. Neujahrsblatt von Dieti- n kon 1953, Abb. 4. a Abb. 14 RR Plan von J.C. Haab (1813-1880). Ausschnitt: Massstab 1:2000. - im Westen sozusagen nur noch Spuren der Fundament- 7%’ m grossen Turmes mit 1,20 m dicken Mauern und grube; westlich angebauter — zweiter — «Schlupf-Pforte» samt -— im Süden, der Limmatseite, im Westabschnitt fast durch- Innenhof. gehend die Fundamentgrube (im Ostabschnitt war alles Im Bereich dieses Eckturmes entdeckte HEID eine weggespült), im Mittelbereich die Fundamentreste der zweite, höhere «Kulturschichw mit bis gegen 1350 Stadtmauer, eines grösseren Gebäudes von 6,40x11 m, datierbaren Kleinfunden, während das darunter und in von einer östlich daran anschliessenden «Schlupf-Pforte», den Holzbautenzonen und Steinbautenruinen sicherge- westlich und östlich wieder Spuren von Holzbauten stellte Fundgut auffällig gut mit dem Zerstörungstermin sowie in der Südostecke endlich die Überreste eines abbricht. Abb.15 BlattII vom «Grundriss sämtlicher Ligenschaften des ehrwürdigen Gottshauses Fahr in drey Blättern», aufgenommen 1829 vom «eyd.Ing.Lieut.» Rudolf Diezinger (1770-1847) von Wädenswil. Original 1:1200. - Rechts die im Rahmen der zweiten Schlacht bei Zürich (25./26.Sep- tember 1799) unter General Massena angelegten, noch heute erhaltenen Schanzen. Massstab etwa 1:5000. 11 = _ B x 5 . _ ; erien 2). „ & “ ; x an u Sehe % f ı 6la nzenber 4 & örg . n N. 4 » Ärunsuneoker OS Re er a “ Mafsmnd | ! io: rk Ichansnrer! Brunnen Buduchern . kußezen 2 Horss 5 Dei i A brose‘ . — . ii ._n Abb. 16 . Glanzenberg auf der Kantonskarte von Johannes Wild (1814- 1894) von Richterswil, entstanden von 1843 bis 1851. Massstab 1:25 000. «Glanzenberg» bezeichnet die Limmataue jenseits von Dietikon. Am Ostrand dieser Aue ist die Burgruine - «Glanzenburg» — eingetragen, und in der Mitte des Kartenausschnittes der Standort des ehemaligen Städt- chens mit «Ruine Glanzenberg» vermerkt. ı ı Aufnahme IN u Il "ou u a u WI U Lu Ca LT *——Limmat (0) 50 100 200m Abb.17 Übersichtsplänchen des ehemaligen Städtchens mit Eintrag der Detailzeichnung des Maueranschlusses Südostturm/Ostmauer sowie mit dem heutigen Limmatlauf. Aufnahme und Zeichnung P.Kessler (vgl. Abb. 19). 12 = 9 85 .0 0. > — - K l e i n e r G r a b e n , a lt er W a s s e r l a u f ? S t a d t g r a b e n M a u e r g r u b e “ - - S t ä d i k h e n L e g e n d e : G r a b u n g s g r e n z e E 3 S a n d i g , k ie si ge E r d e e a S a n d i g e r L e h m G e w a c h s e n e r B o d e n (F lu ss ki es d er L i m m a t ) m H u m u s A b b . 1 8 Ko mb in ie rt es P ro fi l de r Sc hn it te 1 6- 20 m it d en A bs ch ni tt en A - B - C - D ( vo n Os t na ch W es t) . [& Se | Mö rt el sc hu tt [2 ] Mö rt et Ge rö ll = ° o Q i 2. Die Nachuntersuchungen von 1975/76 Im Jahre 1975 musste sich die Kantonale Denkmalpflege im Rahmen der Vorarbeiten für die Verbindungsstrecke zwischen den Nationalstrassen N1 und N20 der Ruinen- stätten Glanzenberg annehmen, um vorab den Ingenieuren gute Planunterlagen über Lage und Ausdehnung des Burg- hügels und des ehemaligen Städtchens liefern zu können. Hiefür wurden nicht nur die von K. HEıD sichtbar gehalte- nen Mauerreste nochmals eingehender vermessen, unter- sucht und besser konserviert, sondern ausserdem auch pho- togrammetrische Aufnahmen, Luftphotos und zahlreiche archäologische Sondierschnitte ausgeführt. Dank diesen Massnahmen kamen viele zusätzliche Elemente zutage: je 385.05 Gebäude B Stadt=. 7 mauer h: vw Legende: | BR Mörtel ---- Ergänzungslinien | 0 1 2 3 4 5m l 1 l l L l “| Abb.19 Detail der Fundamente der östlichen Stadtmauer und der Nord- mauer des in die Südostecke der Stadtbefestigung gestellten Turmes (vgl. Abb. 17). Ehem. Städtchen Nc Glanzenberg x 0 100 200m ern Brent —J f: Legende: Mauerreste, 1976 ausgegraben und konserviert = Mauergruben S20 Schnittbezeichnung Das Gebiet von Glanzenberg mit dem Wäldchen und den Feld- Abb. 21 fluren, in dem die Ruinen des ehemaligen Städtchens liegen. Luftaufnahme von H. Leuenberger, Zürich, 1977. Man vgl. hierzu das Plänchen Abb. 20. etwa 3m vor bzw. ausserhalb der östlichen und nördlichen Stadtmauerreste Relikte einer 1m breiten «Vormauen — teils in Form von Fundamentstreifen, teils als Fundament- gruben - sowie etwa 10m von dieser «Vormauen bzw. etwa 13m von der eigentlichen Stadtmauer entfernt der einstige, bis 1m tiefe und bis 14m breite Wassergraben, der einst das ganze Städtchen dort zu sichern hatte, wo es nicht an die Wasser der Limmat anstiess''. Der breite, aber wenig tiefe Wassergraben ist etwa ver- gleichbar mit dem einst um die Burg Pfäffikon ZH gezoge- nen Graben von 14-16 m Breite und nur etwa 60 cm Was- sertiefe'?. ı\ Burg Glanzenberg N FR \\ 4 \ „ RN, un, () Zn ah FERN Ne EBMARNNIEME N — -—- Gemeindegrenze =—- Grabungsgrenze Abb.20 Übersichtsplan mit Einzeichnung der 1976 im Bereich des ehemaligen Städtchens durchgeführten Untersuchungen und gemachten Entdeckun- gen: der Sondierschnitte 1-20, der festgestellten Mauergruben und Wassergräben sowie der ausgegrabenen und konservierten Mauerreste. (Links aussen Teile der Schanzen von 1799). 13 Abb.22 Rekonstruktionsversuch des ehemaligen Städtchens, von Süden gesehen. Modell, ausgeführt 1940 aufgrund der Angaben von K. Heid und G. Hartmann von Hans Defatsch (1883-1964), Zürich. 14 Die einstige Burg DIE ARCHÄOLOGISCHEN UNTERSUCHUNGEN Die Burg Glanzenberg - der Begriff Glanzenburg findet sich in neuerer Zeit nur auf der Kantonskarte von JOHAN- NES Wırp von 1843-1851, wo die Stadtwüstung als «Ruine Glanzenburg» bezeichnet ist — war auf einem sehr markanten Punkt, auf dem südlichsten der Hardwaldterrasse errichtet worden, von wo - limmataufwärts — der alte, heute noch benützte Fährübergang und - limmatabwärts - die einstige Chräuelfurt überwacht werden konnten. Der Geländesporn ward durch zwei konzentrische Gräben vom übrigen Gebiet abgetrennt und mittels des Aushubs einerseits der zwischen den Gräben entstandene Wall auf der Flussseite ergänzt, anderseits der zentrale Burghügel erhöht. Die Burg selber muss aus Holz erbaut gewesen sein, wie dies für solche Anlagen des 11. Jh. angenommen wird'*. Aus dem 11. Jh. ist tatsächlich eine Burg Fahr schriftlich überliefert: 1044 gibt «der Strassburger Domherr Hunfried, aus edler Familie stammend, sein väterliches Erbe, das ihm seine Verwandten entreissen wollten, ihm aber in gräf- af Abb.23 Die Burganlage nach der Reinigung der Burggräben und nach der Konservierung der Schildmauer im Herbst 1981: w = äusserer Burggraben, lichem Gericht zugesprochen wurde, zu seinem und seiner Eltern Lütold und Willebirg sowie seines verstorbenen Bru- ders Otto Seelenheil und zur Ergänzung der Bischofshöfe Sulzmatt und Wolxheim im Elsass an die Domkirche zu Strassburg»'°. Zeugen waren Lütold von Affoltern (Alt- Regensberg), Rudolf und Adelbolt von Otelfingen sowie Ebbo und Adalbero von Fahr. Da sich nach PauL Kräuı «der mit den nördlich der Limmat genannten Orten umschriebene Raum mit dem späteren Herrschaftsgebiet der Freiherren von Regensberg deckt, drängt sich die Annahme auf, diese Burg Fahr sei der erste feste Punkt am Südende des ursprünglichen Regensberger Grundbesitzes innerhalb des Dreiecks Alt-Regensberg - Otelfingen - Burg Fahr'°. Diese Burg muss also bestanden haben, als der Enkel Lütolds von Affoltern, Lütold II, zusammen mit seiner Frau Judenta und seinem Sohn Lütold III. das Benediktine- rinnenkloster Fahr im Jahre 1130 stiftete, indem er hiefür dem Kloster Einsiedeln «im Fahr» Land schenkte. Im Zusammenhang mit der Gründung des Städtchens Glanzenberg durch die Freiherren Lütold V. und Lütold VI. - vgl. hierzu Anm. 3 - wurde die Burg ausgebaut und umbe- nannt. v a4 % = Schildmauer, rechts davon Burghügel. - Im Vordergrund der im Bau befindliche Limmattal-Viadukt der Nordumfahrung Zürich N20. Aus Westen. Luftaufnahme H. Leuenberger, Zürich. 2 Abb.24 Grösster Ruinenteil am Ostende der Burgmauer nach der voll- ständigen Freilegung im Oktober 1980. Aus Norden. — Länge des sicht- baren Abschnittes ca. 10 m, Höhe ca. 2,80 m. Abb.25 Der 2,80 m hohe Ostteil der Burgmauer aus Westen. Das Bild zeigt einerseits die fuss- bzw. schuhhohen Schichten bzw. Steinlagen des Mauerkerns und die mächtigen Steinblöcke der Megalithverblendung (links und im Vordergrund). 16 Im Jahre 1267 teilte die Burg Glanzenberg das Schicksal des Städtchens und diente wie dieses während Jahrhunder- ten als - Steinbruch. Und während diesen Jahrhunderten wurde der Burghügel von der Limmat unterspült und zu Beginn unseres Jahrhunderts überdies durch bauliche Ein- griffe abgegraben, so 1909 bei Anlage des Industriegleises und 1912 beim Bau des Hochwasserdammes. Als im Jahre 1923 die Absicht bestand, den restlichen Burghügel als Kiesgrube für die neue Überlandstrasse zu nutzen, setzte sich die «Kommission für zürcherische Alter- tümer» der Antiquarischen Gesellschaft Zürich für seine Erhaltung ein, und die gefährdeten Hangpartien wurden vom Kant. Tiefbauamt durch die Erstellung von Faschinen- verbauungen vor weiterem Zerfall geschützt’. Zu Beginn unserer Arbeiten 1980 waren nur das im Grundriss halbmondförmige Burghügel-Rudiment mit einer geraden Basis von ca. 8 m oberhalb des Industriegleises und einer Bogenlänge von ca. 10 m sowie die beiden halbrunden Burggräben zu sehen: der innere etwa 16-19 m breit und 4-5 m tief, der äussere - im Schnitt 2 - auch etwa 16m breit und ca. 4 m tief. Die Burgmauer war überall bis 2m hoch mit Versturzmassen überdeckt. 1. Die Sondierungen Karl Heids 1937 Über die Arbeiten von 1937 verfasste KArL HEID ein sorgfältiges Tagebuch, umfassend den Zeitraum vom 3. Juni bis 13. Juli, und einen maschinengeschriebenen zusammen- fassenden Bericht, besonders die Sondierschnitte I-V und die Funde betreffend, den er dann umarbeitete und in den in Abb.26 Gesamtansicht aus Norden der konservierten und ergänzten Schildmauer mit dem Überrest des Burghügels. Davor der gereinigte innere Burg- graben. Anmerkung 7 aufgeführten Veröffentlichungen 1943 und 1953 vorlegte. Danach hatte er acht Sondierschnitte im inneren Graben, einen neunten auf dem Wall-Nordwestteil und einen zehnten im äusseren Graben, ebenfalls im Nord- westsektor, angelegt. Des Burghügel-Rudimentes nahm er sich nicht an. Die Schnitte IX und X blieben im übrigen ergebnislos. SS, EI ; ö 8% Wir haben versucht, die von Karı HEID in einer unmassstäblichen Grundriss-Skizze festgehaltenen Sondier- schnitte auf unseren Plan 1:20 zu übertragen. Dies konnten wir umso eher wagen, als in einer Ansichtszeichnung des Schnittes V die freigelegte Partie der Burgmauer so genau wiedergegeben ist, dass wir sie 1980 sofort wiedererkann- ten und aufgrund der Distanzangaben HEıps und der Ein- Abb.27 Steingerechter Plan der Schildmauer der Burg - nach der vollständigen Freilegung im Oktober 1980 bzw. vor der Konservierung 1981. Zeich- nung P. Berg, Obfelden. 11 azumdsdungug -—- 00 v e - 0 0 s6€ - 0 0 96€ — 0 0 16€ - 0 0 8 6 € — 1S9MPION “U9PIPFIO “FI2g 'd UOA J1yny -Jsne sIasserIa A SIp UIFLLIOA y d e N (uassne sıy991 ol 91922197) 0861 UoA g - 4 pun A - J ‘ g - V u9dUnJ[2IsIeP]IJOIg I9p 11y 19p ur usdunuy9razwj] Spusıanaıd IPaEr PEN C 6 E 9 A H E N PEN A I I I M r u y a s ı a m p u o g I9p puemsa/q\ I9p uoA al sSPIOH a n I an a L a - U I W W O Y JOnIıpsny u n z uodungnypny (oyaıpsuny) pun u9Pog I9pusyaısue 19p ur “dung -PIsieq A y d e z u m m y : u s u n ‚ u p - P J g O “F19g 'q Junuyarnz pun S w y e u p n y 'ge yaımnap (sıy991) susgeisding usIsssne S I gfeyssuur uageıd 19P q n y s n y 913]0719 asIamusynIs I9P yaıs 49uy919Z 1 9 1 'apurppF1o uay> -[pıou wı (sIy991) pusynejsne pun p d n y S ı n g unaq (uapng wur ‘syurj) pusuurdag ‘9dejuesdund N A P g p P HIUYDSgrPHIMN usp y9ınp Z sauUTUy9SIHIPUoS sap purmisampng I9P sstupny a e e 0 0 ' e 6 e -— v 0 r e r - vos6e - 00.98€E — 0 0 288 — 0088€ — 0 0 8 6 — 0 0 0 0 — sonen 7 7 Sturays "uneugjos "wya 'Buninyny BEZ n o n vonyeu Jason S a y "Bununyny gneisyjey I n y o s n e g "zinjssonanen [ES] w y 8 7 Jeßturas "Bunwwemyosqy EIS] wer Bunas [NY vonyeig egauß ‘sony [Est] a u y O : ' j ' 1 \ ' ' h u i 2 8 6 1 I A NIUySS . : s J ! 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Nach die- ser metrischen Verteilung bildet der Schnitt I gewissermas- sen eine Nord-Südachse. Östlich dieser Achse liegen die Sondierschnitte VII und V, westlich davon aber die Schnitte IV, II, VI und VIII sowie II - immer von Schnitt I ausge- hend aufgezählt und ohne Berücksichtigung der Sondiergrä- ben II, IX und X auf dem Wall bzw. im äusseren Graben. Wenn wir nun diese Schnitte von West nach Ost aufzäh- len, ergibt sich die nachstehende Reihenfolge: VIII - VI - 1 -IV - 1 - VE» NW. Auf diese Weise nebeneinander gestellt, zeigen die von KArı HEID gezeichneten, mit Masszahlen versehenen Burgmauer-nahen Teile der Profile folgenden Aufbau (vgl. Tabelle rechts): Diese synoptische Darstellung lässt erkennen, dass bei allem unterschiedlichen Charakter der Auffüllungen und trotz den verschiedenen Bezeichnungen verwandter Füll- massen ein relativ gleichmässiges Schichtenbild zu erken- nen ist: unter der durchschnittlich 20-30 cm dicken Humusdecke lagen zwischen etwa 180 und 60cm Bau- schutt oder bauschuttähnliches Material wie Sand, Lehm, Steine, Kalk'?; von ca. 60 bis 20 oder 30 cm war offenbar recht viel Kalk in den verschiedensten Erscheinungsformen vorhanden bis zum «Kalk- oder Mörtel- oder gar Gussbo- den» (!), dann folgte sozusagen überall, also durchgehend eine «Kulturschicht» — direkt auf dem anstehenden Schot- tergrund ruhend. In dieser «Kulturschicht», offensichtlich Bomann Südost 399.00 - MT] Humus E3 Lehm, rotbraun, steinig E3 Lehm, gelbbraun E3 Sandiger Lehm, gelbbraun E22 Sand Abb.30 Profil A-B bzw. Aufriss der Südwestwand des Sondierschnittes 1 durch den Westteil des äusseren Burggra- bens. Darin kommt besonders in der linken (südöstlichen) Bö- schung zum Ausdruck, wie der Aushub des Grabens stufenwei- se erfolgt sein muss. Aufnahme und Zeichnung P. Berg, Obfel- den. Unten: Vereinfachte Darstel- lung, in der anstehender Boden und (künstliche) Auffüllungen zum Ausdruck kommen. A ' Südost 399.00 — 393.00 — Anstehender Boden I] Auffütung, Ehem.Graben ) Un Im | Zuoberst findet sich überall und selbstverständlich die Humusdecke, darunter: in VIII in III: in IV: in I: in Vllu. VE - Sand, Bauschutt, Lehmig- Bauschutt Lehmig- Lehmu. «Kultur- erdige m. Tuffu. erdige Steine, schichb, Auffüllg., gebrann- Auffüllg. Kalk Bauschutt Sand, Mör- ten Lehm- bzw. Bau- tel, Steine, knollen schutt m. Bauschutt Mörtel u. Erde darunter: Kalk, Kalk, (Kalk)- «Kultur- Kalk, «Kalk- Steine; «Guss- schich», Steine boden» (?), Schutt boden» (?) Steine bzw. Steine Steine darunter: «Kultur- «Kultur-- «Kultur-- «Kultur- schichw, schichw, schichw schicht», Steine Steine Steine Steine zuunderst: Anstehen- do. do. do. do. der Schotter 3] Kies, feiner-mittlerer Fraktion @ä] Kies, grober Fraktion EEE Kies mit Kalkkondensation —— Mittelalterliche Oberfläche —-- Graben vorder Ausgrabung —: Grabungsgrenze uffüllung, Kies mittlerer Fraktion uffüllung, Kies grober Fraktion uffüllung, steiniger Lehm rötlichbraun Abschwemmung steinigerLeLlm ——— mem Oberfläche der Böschungen ver nach dem Ausheben der Burggräben -- Grabungsgrenze Nordwest 28.25m fi r — 396.00 — 395.00 — 394.00 — 393.00 — 392.00 B Nordwest - 398.00 — 393.00 19 einer dunklen humosen Masse innerhalb der Schnitte VI, III, IV und I, also im Westteil des inneren Burggrabens, ent- deckte K. HeıD alle im Bereich der Burgruine Glanzenberg 1937 gehobenen Funde (ausser nicht untersuchten Kno- chen): -— imSchnitt VI: 1 Rohr- und 1 Stabschlüssel, Eisen, 1 Stäbchen aus Bein, 2 Becherkacheln- Fragmente sowie je eine schwarz- und rottonige Topfscherbe, die letztere mit eingeritzten Wellenlinien verziert. 2: Randscherbern einer Tosschale, 1 Topfscherbe mit eingeritztem Wellen- band, 1 Glas-Fragment unbek. Form. Mehrere Becherkacheln-Fragmente, 2 Randstücke von Töpfen, eines innen und aussen einstichverziert, mehrere Wandungsscherben von Töpfen, zwei einstichverziert. 1 Randscherbe einer Becherkachel, je 1 Rand- bzw. Wandungsscherbe eines grau- bzw. rottonischen Topfes. — im Schnitt VIII: wurden «vom Arbeiter am 1. August in den oberen Schichten Topfscherben, 2 Nägel und Knochen gefunden». — im Schnitt IV: - ım Schnitt III: — im Schnitt I: Abb. 31 1980. Aufnahme und Zeichnung P. Berg, Obfelden. 20 Die beiden Schlüssel gehören ins 13.Jh. - wie analoge Objekte von der Burgruine Alt-Regensberg'” oder von der Burgruine Alt-Wartburg bezeugen”. Dieselbe Datierung trifft auf die Becherkacheln zu?', und auch für die Topfprofile weisen gut datierte Fundensembles von den genannten Burgruinen schöne Parallelen des 13. Jh. auf: bei H.SCHNEIDER, 8.76 und Taf. 7: B72ff. und bei W. MEYER, 5.45: B 13ff. Zum Einstichdekor gibt es neuer- dings gute, gleichzeitige Parallelen vom Üetliberg, d.h. vom Uto-Kulm, und zwar aus den 1981 und 1982 untersuchten Auffüllungen des römischen Halsgrabens. Gute Vergleichsstücke für die Schlüssel wie für die Becherkacheln und Töpfe inkl. den Einstichdekor hat KArL HEID selber bei seinen weiteren, bis 1940 dauernden Unter- suchungen im Bereich der ehemaligen Stadtanlage Glanzen- berg sichergestellt, doch nur in einer unzureichenden Abbildungsart in den beiden oben erwähnten Veröffentli- chungen vorgelegt”. - Eine Neubearbeitung und Gesamt- veröffentlichung des Fundgutes aus der Stadtwüstung wäre daher sehr begrüssenswert! Die Fundlage, einerseits in der «Kulturschichv, d.h. in € der erdig-humosen Schmutzschicht des Bauhorizontes ent- lang dem Nordwestabschnitt der Burgmauer, anderseits N nach Skizzen von K.Heid 1937 [3 Plan der Burganlage mit Einzeichnung der Sondierschnitte von K. Heid im Jahre 1937 (grau angelegt) und anlässlich der Untersuchung von innerhalb des Bauschuttes in den Schnitten VIII, IH und I, besagt, dass die von K.HEıp entdeckten Schlüssel und Keramiken einesteils während der Bauarbeiten, andernteils bei und nach der Zerstörung der Burg in den Nordwestbe- reich des inneren Grabens gelangt sein müssen. ( Wir haben die Gelegenheit dieser Berichterstattung benützt, um die zwar wenigen, aber für eine Bestätigung des Zerstörungsdatums 1267 sehr wichtigen, im Ortsmu- seum Dietikon aufbewahrten Kleinfunde bildlich neu zu erfassen und hier vorzulegen. Für die diesbezüglichen freundlichen Handreichungen sei auch an dieser Stelle Herrn JosEr HiNDEr, Dietikon, und für die Zeichenarbeit Fräulein lic.phil. IRMGARD BAUER, Zürich, verbindlichst gedankt. 2. Die Freilegungsarbeiten von 1980/81 Die Freilegung dauerte vom 11. September bis 14. November 1980, die Konservierung aber vom 11. Mai bis 3. Juli 1981. Die Leitung hatte der Verfasser. Als örtlicher Leiter, Vermessungstechniker, Zeichner und Photograph waltete Herr Paur Berg, Obfelden. Die archäologischen Untersuchungen, welche selbstredend vor der Freilegungsaktion durchgeführt wurden, hatten vor allem zum Ziel, die Bautechnik und ursprüngliche Grösse der Gräben und des dazwischen liegenden Walles sowie die Konstruktionsart der Burgmauer und deren Verhältnis zum einstigen Burghügel soweit als möglich zu klären. Mit Rücksicht auf die oben erwähnte Tatsache, dass die Burg- ruine wie die Mauerzüge des Städtchens während Jahrhun- derten als Steinbruch gedient hatten, und dass bei den Bau- arbeiten von 1909 (Gleisanlage) und 1912 (Hochwasser- damm) nochmals zerstörerische Eingriffe erfolgt waren, mit Rücksicht aber auch auf die 1923/24 durch die von der Antiquarischen Gesellschaft Zürich in Zusammenarbeit mit dem Kant. Tiefbauamt sowie auf die von K.HEıp 1937 unternommenen Sondierungen beschränkten wir uns auf ein schnittweises Untersuchen des Erdwerkes und ein genaues Studium der Burgmauer. Das Erdwerk, bestehend aus den beiden Gräben und dem dazwischen liegenden Wall, ist, wie erwähnt, sozusagen noch ganz erhalten, nicht zuletzt auch deshalb, weil es sich — wie die Ruinen des ehemaligen Städtchens - auf Grund und Boden des Klosters Fahr befindet. Einzig der östlichste Abb.32 Plan der Burganlage nach der Reinigung der Burggräben und nach der Freilegung der Schildmauer mit dem Überregt des Burghügels. Zustand Oktober 1981. Aufnahme und Zeichnung P. Berg, Obfelden. 21 | | N 674.200 E lei ebouwesktabrlsklal [6] 10 20 50m | Aequidistanz der Höhenkurven 1m Teil des äusseren Grabens ist weitgehend aufgefüllt und heute mit Tännchen bestellt. Aus diesem Grunde beschränkten wir die archäologische Untersuchung am Erdwerk auf die Westhälfte, und zur Schonung des Baumbestandes auf das Anlegen von drei grossen Sondierschnitten, von denen 1 und 3 je im westlich- sten Teil des äusseren und inneren Grabens zu liegen kamen, Schnitt 1 aber ein durchgehendes Profil vom äusser- sten Nordrand des äusseren Grabens bis tief in den Burg- hügelrest ermöglichte. Dieses Profil C-D und die Profile A-B (Schnitt 1) und E-F (Schnitt 3) zeigen je die West- wand der Sondiergräben. Das Profil A-B zeigt innerhalb der rund 20 m Graben- breite, dass die obersten Schichten des anstehenden Hard- wald-Mittelterrassenschotters gegen Südosten ansteigen. Daraus resultierte zwischen den beiden Grabenböschungen eine Differenz von ca. 2m: Die nordwestliche Böschung war ab ursprünglicher Grabensohle 5m, die südöstliche dagegen 7 m hoch. Das Profil lässt überdies gut erkennen, wie der Graben entstanden war, nämlich durch stufenwei- sen Aushub von durchschnittlich 90 cm bzw. 3 Fuss mächti- gen «Schichten». Nach Erreichen der Grabentiefe von ca. 7 m müssen dann die «Stufen» mit Kies überschüttet und so die beidseitigen steilen Böschungen bewerkstelligt worden sein. 22 674.250 | 674300 ee = Abb.33 Topographischer Plan des Burghügels und seiner nächsten Um- gebung mit der konservierten Schildmauer und nach der Reinigung bzw. Ausräumung der Gräben. Zeichnung P. Berg, Obfelden. Das Profil C-D (Nordteil) lässt im Bereich des äusseren Grabens - bei einer andersgearteten Struktur des anstehen- den Grundes als im Schnitt 1 — kleinere Ausmasse als im Profil A-B erkennen: Der Graben war hier - möglicher- weise infolge Nachrutschens des mehr sandigeren Bodens — etwa 16m breit und ca. 5m tief, und die Sohle wies eine Breite von nur etwa 3m auf, während die Sohle im Profil A-B immerhin eine solche von gegen 5 m hatte. Hingegen konnten die durch den oben geschilderten Aushubvorgang entstandenen «Stufen» sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Böschung sehr gut ausgemacht werden - bei Stufenhöhen von durchschnittlich ebenfalls etwa 90 cm, als 3 Fuss. Das Profil C-D (Südteil) gibt die Situation im inneren Graben wieder. Hier fällt vor allem auf, dass die Graben- sohle ausserordentlich breit ist und zwei Ebenen aufweist, eine nördliche in ungefähr demselben Verhältnis zur nördli- chen Böschung wie bei den beiden schon behandelten Profi- len A-B und C-D (Nordteil) und eine südliche, rund 50 cm tiefer liegende, in die dann die Umfassungsmauer gestellt worden war. Die nördliche Ebene ist zudem auch etwa ähnlich breit wie die schon beschriebenen Grabensohlen, die untere dagegen rund ein Drittel breiter als jene. Die Wallseite zeigte in der östlichen Grabenwand ungefähr auf der Höhe des horizontal liegenden Steines eine deutliche «Aushubstufe», wie sie oben eingehend beschrieben wurden. So drängt sich der Verdacht auf, dass der innere Graben ursprünglich ähnlich gross gewesen war wie der äussere und erst im nachhinein beim Bau der Umfassungsmauer auf rund 11m verbreitert worden ist. Die lehmige Oberfläche beschränkt sich doch auffällig auf die «untere Ebene», und die von KArı Heıp 1937 als Kulturschicht angesprochene, fast 2m breite, an der Mauer bis ca. 40 cm dicke humose Ablagerung dürfte eine während der Bauzeit und bald nach der Zerstörung entstandene natürliche Ablagerung von Baumblättern u.ä. sein. In diese Richtung weist auch der Umstand, dass K. HEıD 1937 just in dieser Schmutzschicht die wenigen Keramikscherben gefunden hat. Was darüber lag, waren verschiedenste Auffüll-«Schichten»: Mauerver- sturz, Bauschutt u.a.m. Die im Profil eingezeichnete Stö- rung stammte vom Sondierschnitt IKArL HEıDs. Die Burgmauer war in diesem Bereich als etwa 80 cm hoher und 2,50 m breiter Fundamentrest erhalten geblie- ben. Die Vorderseite bildeten grosse rechteckige Findlinge 674 200 U % T F 4 i BG 250 650 & von durchschnittlich 75 cm Dicke, die Rückseite aber stiess unvermittelt an die senkrecht abgearbeitete Burghügel- Kieswand, welche nach dem Abbau der Mauer leicht nach- rutschte. Die Oberkante des anstehenden Burghügel-Ter- rains lag hier immerhin noch 4 m über der ursprünglichen Grabensohle! Das Profil E-F bestätigte die oben geschilderte Situation dahingehend, dass die Burg- bzw. Umfassungsmauer inner- halb der (verbreiterten) Grabensohle ohne merkliche Ein- tiefung auf den anstehenden Kiesgrund abgestellt und rück- seitig an die senkrecht abgearbeitete Burghügel-Kieswand angebaut worden sein muss. Auf dem 2,50 m breiten Funda- mentrest lag zudem eine ziemlich dicke Schicht von Mörtel und Kalk, wie sie K. Hzıp 1937 verschiedenerorts in den Versturzmassen festgestellt hatte. Die Freilegung der Burgmauer erfolgte schrittweise, indem zuerst Fuss und Kante und hernach Krone und Rückseite vorsichtig gereinigt wurden, um auch lockere Steine mög- 674 250 250600 Al Seren, 250650 2 LIED EIUH UIID U re aden u > S ) BP7 00 oe WESBEBERBERZN MA ® 6.74 200 674.250 0 10 50 100m l L l l = l j Abb.34 Topographischer Plan des Burghügels und seiner nächsten Umgebung mit der konservierten Schildmauer, jedoch mit den Gräben vor der Reinigung bzw. Ausräumung. Aufnahme und Zeichnung N. Kaspar, Wald ZH. 23 lichst am angestammten Ort zu erhalten. Auf diese Weise konnte ein eindrückliches, polygonal angeordnetes Mauer- fundament von insgesamt 40 m Länge zutage gefördert werden. Die durchschnittliche Breite beträgt 2,50 m. Der Fundamentfuss senkt sich von Ost nach West um 40 cm. Im Osten war der Mauerkern noch ca. 2,80 m hoch erhalten, im Nordabschnitt noch 1m und ganz im Westen noch rund 60 cm hoch. Die Mauer war einst offensichtlich mit grossen Findlingen (Megalithen) durchgehend verblendet. Der grösste der vorhandenen Blöcke misst fast einen Kubikme- ter. Der Mauerkern besteht aus mittleren und kleineren Geröllen, die innerhalb von horizontalen, um die 30 bis 35 cm, also fusshohen Schichten verlegt worden sind. Jede dieser Schichten war oberflächlich mit kleinen und klein- sten Steinen völlig plan abgedeckt, wie ich es 1975 bei der Burgruine Freienstein festgestellt hatte (vgl. 8. Bericht «Zürcher Denkmalpflege» 1975/76, S. 63). 3. Die Konservierungsmassnahmen von 1981 Die eindrückliche Ruine der Burgmauer mit der fast durchgehend erhaltenen untersten Zone der Megalithver- blendung und dem in horizontale Bauschichten geglieder- ten Mauerkern lud förmlich zu einer «belehrenden» Konser- vierungsmethode ein. So wurden in erster Linie die beim Ausräumen des inneren Grabens — und nur hier - zum Vor- schein gekommenen, restlichen Megalithblöcke in die klei- neren und grösseren Lücken im Mauermantel eingefügt, und in zweiter Hinsicht befleissigten wir uns, das vor allem im Östabschnitt bis zu einer Höhe von 2,60 m erhaltene Kernmauerwerk in genau gleicher Art nach Westen hin, jedoch stufenweise niedriger, zu ergänzen. Die benötigten Steine konnten wir grossenteils der Auffüllung des inneren Grabens entnehmen, die restlichen beschaffte und das Kant. Tiefbauamt von der nahen Baustelle der Nationalstrasse N20. Als Bindemittel verwendeten wir die folgende, bei den Konservierungsarbeiten im Bereich des römischen Gutshofes Seeb seit 1961 angewendete und bestens bewährte Mörtelmischung: 2 Karretten Sand, in diesem Fall — gemäss dem originalen Mörtel - mit einer Körnung bis zu 8mm, 16kg Calco-Kalk, 50 kg Portland-Zement, 10 kg weisser Jurakalk-Sand und ' Karrette Tuffsand. Als Markie- rung zwischen altem und neuem Mauerwerk dienten Eter- nitplättchen. Die Konservierung des Erdwerkes musste selbstver- ständlich unter Berücksichtigung der örtlichen Gegeben- heiten erfolgen. Dank dem grossen Entgegenkommen des Propstes von Kloster Fahr, Herrn P.HıLarıus ESTER- MANN, dipl. Ing. agr. ETH, und des Schaffners, Herrn A. FRIES-GASSMANN, die im Einverständnis mit dem Aar- gauischen Oberforstamt nicht nur auf diesen oder jenen Baum «verzichtetem», sondern auch gleich das Fällen und Abtransportieren übernahmen, konnte der innere Graben bis auf die alte Sohle ausgeräumt werden. Den nun sozusa- 24 er Abb.35 Die von K. Heid 1937 in seinen Sondierschnitten I], III, IV und VI in einer Schmutzschicht auf der Grabensohle im Westteil des inneren Burggrabens entdeckten burgenzeitlichen Keramikscherben und Metallob- jekte: 1-4 Randscherben von Töpfen, 5 Schälchen, 6 Schulterfragment eines Topfes, 7 und 8 Röhrenkacheln, 9 Röhrenausguss aus Ton, 10 rundes Stäbchen aus Bein, 11 Rohrschlüssel, 12 Stabschlüssel, beide Eisen. 1:2 - Zeichnung Frl. lic.phil. I. Bauer, Zürich. 9 gen steinlosen «Aushub» verwendeten wir als Anschüttung des Burghügel-Rudimentes oberhalb der konservierten Mauer und zum Ausgleichen der gegenüber liegenden Böschung. — Im äusseren Graben beliessen wir dessen west- lichstes Viertel im überkommenen Zustand, hobelten die nördliche Hälfte bis auf dieses Sohlenniveau aus, schütteten den Aushub, natürliches Einschwemmgut, auf den beiden Böschungskanten bis in die Gegend des Sondierschnittes 2 und zur Ergänzung der dort arg erodierten Krone des Wal- les an und schafften endlich gegen das mit Kleintannen bestellte östliche Viertel zu einem allmählichen Übergang. Gewissermassen zur Besiegelung der Freilegungs- und Konservierungsarbeiten von 1980/81 stellten wir im Mai 1982 in der Gegend des Schnittes 2 auf dem Wall eine Orientierungstafel auf, deren Erstellungskosten freundli- cherweise der Gemeinderat Unterengstringen übernommen hatte. Zu BAUGESCHICHTE UND BAUFORM Wie oben dargelegt, sind von der Burg Glanzenberg einerseits die beiden halbrunden Gräben mit dazwischen liegendem Wall und anderseits Fundamentpartien einer bis 3 m breiten, polygonal das Rudiment des Burghügels umfas- senden Burgmauer erhalten geblieben. Die wenigen erwähnten Funde stammen aus der ersten Hälfte bis nach der Mitte des 13.Jh., also aus der Erbau- ungszeit der massiven Burg durch die Freiherren von Regensberg. Die grösste Befestigungsanlage mittels derartigen Grä- ben stellt in der näheren Umgebung zweifellos der das heu- tige Dorf Kyburg, d.h. den ehemaligen Marktort bzw. die ehemalige Vorburg der Kyburg gegen das weite, flache rückwärtige Gebiet abschirmende, dem Gelände angepasste Doppelgraben - mit Zwischenwall - dar. Nach W. MEYER” «... passt dieser unregelmässig gezogene Doppelgraben eher zu einer früheren Holz-Erdburg als zu einer Stadtanlage des 13. Jahrhunderts». Sehr eindrücklich ist auch das ovale Doppelgrabensy- stem, das den Burghügel Rüti bei Fehraltorf umzieht. Nach H. ZELLER-WERDMÜLLER?* berichtet Stumpfs Chronik... (S. 441): «Das Dorff Altorff, welches auch etwan ein lusti- gen Burgstal in der ebne gehabt hat mit zweyen wassergrä- ben und einem trockenen graben umbzogen. Die gräben sind noch offen; aber die alte burg ist auff dem grund zer- stört, und bey unseren tagen ein Paurenhauss uff dem bühel gebauwen». Zeller ergänzt: «Da sich auf dem Hügel keine Spur von Mauerwerk findet, so hält Dr. FERDINAND Ker- LER (Helvet. Denkmäler I, S.81).... dieselbe für ein vorge- schichtliches Erdwerk. Es kann aber ebensowohl eine früh- mittelalterliche Holzburg, allerdings von beschränktem Umfange, hier gestanden haben. — Von einem Geschlechte von Altorf ist nichts bekannt». Diese Doppelgrabenanlagen auf Kyburg und im Rüti bei Fehraltorf sind m.E. sehr verwandt mit den halbrunden Grä- ben, die zur Sicherung einer (Holz-)Burg aus einem flach abfallenden Hang oder aus einer Hangkante ausgehoben wurden. Aus dem Kanton Zürich sind etwa zu erwähnen: die Burganlagen von Balikon bei Wald, im Brand bei Mönchaltorf, bei Herten, Gem. Altikon, oberhalb Humli- kon und im Schlossbuck bei Henggart. Bei den beiden letzt- genannten Burgstellen wurde der Grabenaushub dafür ver- wendet, um den halbrunden Graben talseits durch die Auf- schüttung eines Walles zu ergänzen bzw. vollrund auszu- bauen”. Auf diesen so gestalteten und mit Gräben und Wällen umgürteten Burghügeln hatten anfänglich Holz- oder sog. Schiterburgen gestanden, und ähnlich müssen wir uns die Burg Fahr vorstellen. Die steinerne Burg Glanzenberg entstand offensichtlich, wie erwähnt, erst im Zusammenhang mit der Erbauung des Städtchens - einerseits zur Überwachung der weiten Lim- matniederung, anderseits als Bindeglied zwischen Städtchen und Klösterchen. Die eigentliche Burg war höchstwahrscheinlich ein ca. 12x12 m grosser Wohnturm, vergleichbar mit der etwa gleichzeitig erbauten Turmburg Freienstein. Und ähnlich wie in Freienstein ward am Fuss des Glanzenberger Turm- hügels eine Burgmauer errichtet, jedoch hier wohl nicht bloss als Schild-, sondern eher als eigentliche Umfassungs- mauer. Um hiefür im inneren Burggraben genügend Platz und davor genügend Freiraum zu erhalten, musste der Burg- hügel abgegraben und dessen Sohle etwas abgetieft werden. Und während der Turm von Freienstein mit mächtigen Tuffquadern ummantelt wurde, erhielt die Burgmauer - und wohl auch der Wohnturm von Glanzenberg - ein Blend- mauerwerk bzw. eine Ummantelung aus glazialen Megalith- 25 steinen. Die Turmburg von Glanzenberg muss demnach ein Aussehen gehabt haben wie die Megalithburgen Mörsburg und Frauenfeld oder die Megalithtürme Richensee LU und «Schlössli» in Aarau sowie der mächtige Bergfried im Schloss Hallwil AG”. Zudem dürfte der Turm mit einem hölzernen Obergaden ausgerüstet gewesen sein wie der Turm Roten in Hohenrain LU oder die Bergfriede von Hagenwil und Mammertshofen TG. Die unregelmässig-polygonale Aussenseite der Burg- mauer ist offenbar das. Resultat einer vereinfachenden Bau- technik bei Verwendung von mächtigen Megalithsteinen in dem unregelmässig-halbrunden (inneren) Burggraben. Ähn- lich vieleckige Mauern sind — abgesehen von den wenigen eigentlichen polygonalen Turmbauten wie der schon erwähnten Turmburgruine Balikon bei Wald - recht zahl- reich. Die bekannteste polygonale Burgmauer hat die danach benannte Ruine Nünegg bei Lieli LU?’. Aber auch die Burgmauern der Ruinen Alt-Regensberg bei Regens- dorf, Dübelstein bei Dübendorf und Moosburg bei Effreti- kon haben auffallend polygonale Partien”. Und wenn wir dem von H. ZELLER-WERDMÜLLER veröffentlichten Plan von J.C. HAAB vertrauen dürfen, war die Umfassungsmauer der Wasserburg Hettlingen unregelmässig.zehneckig?! Se 3 ell, ausge- Abb.36 Rekonstruktionsversuch der ehemaligen Burg. Mod führt 1938 aufgrund der Angaben von K.Heid durch Hans Defatsch (1883-1964), Zürich. ı! RN A % K I 9 x 4 rn = Sun & IM Eee fi ” £ FE . >, 3 “er [73 «& ar, >> .. 3 &7 a En Ehem. St adtchen = £r a r,,, r y £3 N m £ je EN Wu‘ et Br 25 De 000005 Se #7 a en TTTT F $ rer 3 ı 7 6 5 W m rule F «u, rg, BR ei. ! fl E B E E C E R S T E N u r i Abb.37 Übersichtsplan mit Einzeichnung des Limmatviaduktes der Nordumfahrung Zürich der Nationalstrasse N20. - Die Anlage des ehem. Städt- chens ist zum besseren Verständnis weitgehend rekonstruiert. 26 Abb.38 Die Turmburg innerhalb der Schild- bzw. Umfassungsmauer. Ausschnitt aus Abb. 36. ANMERKUNGEN "P. HoreEr, Die Stadtgründungen des Mittelalters zwischen Genfersee und R bein, in: H. Bosch, P. HorEr, Flugbild der Schweizer Stadt, Bern 1963, 85 ff. ? Ähnlich waren vorher schon grössere Städte im Schatten bestehender oder neu auf- und ausgebauter Burgen entstanden, so z.B. Rheinfelden, Burgdorf, Thun, Pruntrut, Laufenburg, Aarau, Lenzburg, Baden, Zug, Werdenberg, Sargans usw. Nach dem neu bearbeiteten Stammbaum der Freiherren von Regensberg von F.Stuckı im Genealogischen Handbuch zur Schweizer Geschichte, Bd. IV, Fribourg 1980, 205 ff.: Lütold VI. und VII. *P. Kräuı in: P.Kräuı, E. MAURER, JH.J. Wertı, Kaiserstuhl, Aarau 1955, B£, ° Vgl. hierzu H.SCHNEIDER, Die Burgruine Alt-Regensberg. Olten und Frei- burg i.Br. 1979, bes. 15f., wo gegenüber den «landläufigen Meinungen» zur Regensbergerfehde ernste Vorbehalte angebracht werden. °P. Kr(Äur), Zur Geschichte der Regensbergerfehde, Neue Zürcher Zeitung vom 17. Juli 1947. - Vollends ins Reich der Phantasie gehört zweifellos die Schilderung der Einahme von Burg und Städtchen Glanzenberg in JOHANNES STUMPF, Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronik ..., Zürich 1548, 6. Buch, S. 170. "K. HEıD, Burg und Städtchen Glanzenberg an der Limmat, in: Zeitschrift für Schweiz. Geschichte XXIH. Jg., Heft 1, 1943, 28ff., bes. 41f.; ders., Glanzenberg. Bericht über die Ausgrabung 1937-40. Neujahrsblatt von Dietikon 6. Jg., 1953, 11. Grundlegend: K. Heid. Glanzenberg. Burg und Stadt. Maschinenge- schriebener und reich illustrieter Ausgrabungsbericht. (Winter 1940). Original im Ortsmuseum Dietikon. ®K. HEıD, Glanzenberg. Neujahrsblatt von Dietikon 1953, 4ff. ’ Vgl. die überzeichnete Kartenwiedergabe bei E. STAUBER/P. PFENNIN- GER, Die Burgen und adeligen Geschlechter der Bezirke Zürich, Affoltern und Horgen, Basel 1955, Tafel 19. - Für freundliche Hilfeleistung und die Erlaubnis, sowohl die Karte der Gerichtsherrschaft des Klosters Wettin- gen als auch den Güterplan des Klosters Fahr je ganz und teilweise repro- duzieren zu dürfen, bin ich Herrn P. HıLarıus EsTERMANN OSB, Propst des Klosters Fahr, zu grösstem Dank verpflichtet. " Vgl. H. ZELLER-WERDMÜLLER, Zürcherische Burgen, Teil I, Mitteilungen der Antiq. Gesellschaft Zürich, Bd. XXIII, 1894, 312, Abb. 12. H. Zer- LER Scheint die Skizze ergänzt zu haben, schreibt er doch in der Legende «nach J.C. Haab». Leider ist das Original der Zeichnung Haabs derzeit nicht auffindbar - weder bei den Akten der Antiq. Gesellschaft im Schweiz. Landesmuseum sowie weder im Staatsarchiv noch im Stadt- archiv Zürich. '' Siehe Anm. 7. "” Vgl.8. Bericht «Zürcher Denkmalpflege» 1975/1976, 192 und Bei- lage 14, 4. 7. Bericht «Zürcher Denkmalpflege» 1970-1974, 1. Teil, 101 f. “Vgl. W. MEYER, Der Burgenbau im kyburgischen Machtbereich, in: Die Grafen von Kyburg (Kyburger Tagung 1980 in Winterthur), Olten und Frei- burg i.Br. 1981, 69. "®P.Kräuı, Hochmittelalterliche Adelsherrschaften im Zürichgau. Mitteilungen der Antig. Gesellschaft Zürich, Bd. 40/2, Zürich 1960, 3. =BKLAN 440,26. "K.Heıp, wie Anm.8, 5ff. - Vgl. auch 2. Jahresbericht des Schweiz. Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte 1910, 96. '® Der Umstand, dass inmitten des Bauschuttes sowohl im Schnitt Ials auch im Schnitt III und an besager Stelle ca. 50 cm unter dem Humus eine als «Kulturschicht» bezeichnete Einfüllmase mit ganz wenig Keramikfrag- menten und einer Sandsteinkugel zutage kam, unterstreicht das von K. HEıp vorgefundene wirre Durcheinander! H. SCHNEIDER, a.a.O., 89 und Taf. 18: C 76. ”" W. MEYER, Die Burgruine Alt-Wartburg im Kanton Aargau. Olten und Freiburg i.Br. 1974, 80: C 72. ” Vgl. H.SCHNEIDER, a.a.O., 68 und Taf.2: A11 bzw. W. MEYER, wie Anm. 19, 62: B 293 ff. ? K. HEID, wie Anm. 8, Abb. 2 und 3. 2 WW, MEYER, wie Anm. 13. ” H. ZELLER-WERDMÜLLER, wie Anm. 10, 297. ® H. ZELLER-WERDMÜLLER, wie Anm. 10: 299: Bal(l)ikon bei Wald, 232: Schlossbuck bei Henggart, 323: Herten, Gem. Altikon, 325: Humlikon (Lage damals unbekannt), 339: Liebenberg im Brand bei Mönchaltorf. ° Zu den erwähnten Megalithbauten: Mörsburg: frühes 13.Jh., Frauen- feld: frühes 13.Jh.; Richensee: 1237, Aarau, Schlössli: kaum vor 1200; Hallwil: frühes 13. Jh. ” Vgl. Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Bd. VI, Basel 1963, 222 ff. ”H. ZELLER-WERDMÜLLER, wie Anm.10, 304: Dübelstein, bes. aber H. Er, Die Burg Dübelstein. Ein Führer auf dem Ruinenplatz. Heimatbuch Dübendorf 1947. Zur Moosburg vgl. 7. Bericht «Zürcher Denkmalpflege» 1970-1974, 1. Teil, 81. ® H. ZELLER-WERDMÜLLER, wie Anm. 10, 324. Die erste Auflage erschien als Weihnachtsgabe 1983 an die Einwohner der Gemeinde Unterengstringen ZH. Die zweite, nur wenig veränderte Auflage gab die Stiftung für die Erfor- schung des Uetlibergs mit Erlaubnis des Gemeinderates Unterengstringen 1984 im Selbstverlag heraus. 27 Kein Sei 370 (mit tarf fie ımı ir d Alich he Perwunden, Nie nachge ini Fags verjageden a alter PER 3 wird dür DL ündERFUnNtnO hreingefünden 2 Beiäch tig BEE, Arts srund tl Ginemit Fronduns Jeern d rü MR Bot GT bernd pferfeit 6) Deimböfen aches alf N warn er Bäral Licht (init) Das RT Htoß auf Aber gans eiterli ehbeftreit: gone einsindgls SH each und (ein verder en find. . Rap 2 Xu N wer Jans A De Begeehäfen d TER N, Hs; 1; Tan > vary, hıno IR, ‚Tohan Alelchier hugfrli ad ET RONL.G Velineavıt et Seulpsit Ts, Abb. 39 Die Eroberung der Uetliburg durch die Zürcher unter der Anführung von Graf Rudolf von Habsburg im September 1267. Romantische Dar- stellung (Stich) von Johann Melchior Füssli 1714. 28